Kiel Canal Ausstellung
Kanalgeschichte neu in Szene gesetzt
„Wie lange liegt denn ein Schiff in der Schleuse?“ fragt Svenja, die für ihr Schulprojekt extra aus Eutin angereist ist. „Und warum wird in Brunsbüttel eine 5. Schleuse neu gebaut und hier in Holtenau gibt es nur 4 Schleusen?“ Diese und weiterführende Fragen beantworten wir in der Kanal-Ausstellung des Vereins Maritimes Viertel in der Wik.
Kanalausstellung im Maritimen Viertel – Kultur am Kanal e. V.
Mit historischen Fotos, zahlreichen Modellen, einzigartigen Exponaten in Schaukästen und Plänen von Neubauten wird die spannende Geschichte des Nord-Ostsee-Kanals erzählt. Auch die Ausstellung selbst hat schon ihre eigene Historie: Mehr als drei Jahrzehnte lockte sie auf der Schleuseninsel des damaligen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) jährlich rund 10.000 Besucher. Ab 2012 gab es aber auf dem Holtenauer Areal neue Sicherheitsbestimmungen, etliche Gebäude waren für die Allgemeinheit nun nicht mehr zugänglich, darunter auch die Schleusenausstellung. Und so fand sie 2013 ihren Platz in den Räumen des Vereins in der Arkonastraße. 2020 wurde die Ausstellung neu konzipiert. Die rund 50 Exponate haben sie so in Position gerückt, dass es fortan leichter sein wird, sie größeren Besuchergruppen während einer Führung zu erklären.
So findet sich unter den Exponaten ein alter Bierkasten, der bei einer Erweiterung des Kanals in Vergessenheit geriet. Auf einem alten Foto ist zu sehen, wie zur Einweihung des Kanals für den Kaiser eine Festhalle in Form eines Schiffes gebaut wurde.
An anderer Stelle sind Originalteile des Containerschiffes „Akacia“ zu sehen. Der Frachter rammte und zerstörte im Februar 2018 ein Schleusentor in Holtenau. An einem großen Modell ist nachzuvollziehen, wie die neue Levensauer Hochbrücke aussehen soll. Und an einer kleinen Lichttagessignalanlage dürfen Besucher sogar selber aktiv werden.
Anker und Findling
Unter der Holtenauer Hochbrücke auf der Nordseite lag seit längerem ein Anker, den ein Schiff verloren hatte, und ein Findling. Beides sollte schon immer Teil der Kanalausstellung des Wasser- und Schifffahrtsamtes sein. Es war aber auch klar, dass aufgrund des Ersatzneubaus der Kleinen Schleuse und der anderen Baustellen auf der Schleuse, die Schleusenausstellung nicht immer auf der Mittelinsel ihren Ort haben wird. Deshalb wurde Beides nicht auf der Mittelinsel platziert. 2014 wurde die Kanalausstellung dem Maritimen Viertel – Kultur am Kanal e. V. übergeben. Der Verein Maritimes Viertel präsentiert diese Kanalausstellung seither erfolgreich in der ehemaligen Technischen Marineschule Kiel, Arkonastraße 1.
Der Anker und der Findling wurden auch dorthin gebracht. Da kam sozusagen zusammen, was zusammen gehört! Die Umzugsaktion wurde im Dezember 2017 durchgeführt. Es wurden Findling und Anker verladen, anschließend erfolgte der Transport und das Abladen in der Arkonastraße vor dem Maritimen Viertel.

