MARITIMES VIERTEL – KULTUR AM KANAL e. V.


Museumsnacht 2018 –
Eine Stadt war auf den Beinen
Von Jahr zu Jahr wird die Kieler Museumsnacht größer und attraktiver. Die 26 beteiligten Einrichtungen zählten am Freitagabend insgesamt über 48 000 Besuche. Das lässt auf ungefähr 8000 Gäste schließen – so viele waren es noch nie –

Rolf Hildebrandt (74) kennt aus seiner Kinderzeit das zerstörte Kiel. Erinnerungen wurden wach, als er vor der Modell-Ausstellung stand, die die Stadt in den 20er- und 30er-Jahren zeigt. Ehefrau Heidrun stammt zwar aus Berlin, konnte im Maritimen Viertel aber ebenfalls Entdeckungen machen. Denn Gebäude wie die frühere Gelehrtenschule kannte sie bisher nur aus Erzählungen. Die neuen Erkenntnisse haben die Hildebrandts der Museumsnacht zu verdanken, die von Jahr zu Jahr beliebter wird. Stolz konnte Chef-Organisatorin Angelika Stargardt am späten Freitagabend wieder einmal Rekordzahlen vermelden.

Die beteiligten 26 Galerien, Museen und historischen Schiffe zählten insgesamt 47 248 Besuche. Das lässt auf ungefähr 8000 Gäste schließen, denn durchschnittlich „schafft“ jeder von ihnen fünf bis sechs Häuser. Beliebteste Einrichtungen waren diesmal das Zoologische Museum (fast 9000 Gäste) und die Kunsthalle (4200).

Das Schifffahrtsmuseum kam auf 3100. Vor der Tür zeigten – das ist Tradition bei der Museumsnacht – Mitglieder des Landestrachtenverbandes alte Tänze. Nur weniger Meter entfernt bildeten sich lange Schlangen von Menschen, die mit dem historischen Hafendampfer „MS Stadt Kiel“ oder dem Segler „Seestern“ zum Ostufer pendeln wollten.

Im Maschinenmuseum in der Wik dröhnten die Motoren durch die Nacht, wie Museumsleiter Peter Horter sagte. Ruhiger war es bei den kleinen Gästen, die sich einen Licht-Morseapparat bastelten. Unter ihnen Bo (6) aus Hamburg, unterstützt von Opa Norbert Clausen aus Kronshagen. Währenddessen genoss Erke (5) die Tour auf dem alten Hanomag-Schlepper von 1962. Mutter Julia Memme war von ihrer ersten Museumsnacht begeistert: „Das tolle Programm ist sehr gut organisiert“.

Geschichte zum Anfassen erlebte auch Rawen auf dem Campus der Fachhochschule. Dort hatte der Verein „Legio XXI Rapax“, der sich dem Leben der römischen Legionäre widmet, seinen Stand aufgebaut. Rawen durfte den Helm aufsetzen und sogar ein Kurzschwert in die Hand nehmen. „Ganz schön schwer“, staunte der Siebenjährige.

Direkt am Dietrichsdorfer Fähranleger machte der Verein Kieler Theatermuseum auf sich aufmerksam. Der Vorsitzende Siegfried Jacobs, ein Kammerschauspieler, lud Passanten zum historischen Foto an der Theaterwand ein. Sie durften sich am 31. August 2018 fühlen „Wie einst im Monat Mai“ – Uraufführung der Operette von Walter und Willi Kollo war im Oktober 1913.

Quelle: shz – Foto oben und Text von Udo Carstens – https://www.shz.de/20901662 ©2018


Das Highlight des Kieler Kultursommers ist die Museumsnacht. Am Freitag, den 31. August 2018 laden 26 Einrichtungen auf dem Ost- und Westufer der Kieler Förde von 19 Uhr bis Mitternacht zur Erkundung ihrer Häuser ein. Sie locken mit faszinierenden Ausstellungen, Aktionen zum Staunen und Mitmachen, kulinarischen Köstlichkeiten, Kunst, Musik, Vorträgen und Führungen.
Beispielsweise können Besucherinnen und Besucher in der Alten MU beim Kunst- und Musikjam zu improvisierter Musik färben, kleckern und malen. Die Antikensammlung zeigt, wie Abgüsse von berühmten Kunstwerken hergestellt werden. Im Flandernbunker lauschen Gäste folkloristischem Jazz durch alle Kulturen und können mithilfe verschiedenster kreativer Techniken ein Zeichen für den Frieden setzen. Wie sollen uns Roboter in der Zukunft bei der Pflege von Menschen unterstützen? Dieser und anderen spannenden Fragen kann man in der Fachhochschule Kiel nachgehen.
Das Ofenmuseum bietet die Möglichkeit, das Innenleben eines antiken Kachelofens zu besichtigen und – thematisch passend – Ofenkartoffeln mit Sour Cream und Lachs zu genießen. Kunstbegeisterte kommen in der Stadtgalerie auf ihre Kosten: Hier kann man nicht nur inspirierende Ausstellungen und Performances bestaunen, sondern auch beim Aktzeichnen selbst künstlerisch tätig werden.
Zum ersten Mal ist in diesem Jahr der Verein Maritimes Viertel mit dabei und zeigt in der ehemaligen Technischen Marineschule, Kiel-Wik, Arkonastraße 1, eine Modellausstellung der Stadt Kiel, wie sie in den 20er- und 30er-Jahren aussah. Für unsere Jugend wurden Modellbastelbögen vorbereitet um das Marineehrenmal in Laboe unter Anleitung zu basteln.
Hunderte von „Tütenlampen“ tauchen den Klostergarten, den Schloßgarten, den Anscharpark sowie das Gelände des Maschinenmuseums und des Flandernbunkers in romantisches Licht und laden zum nächtlichen Flanieren ein.
Die kleinen Kunstwerke werden von Schulklassen, Seniorengruppen und anderen Freiwilligen gestaltet. Neben Erwachsenen sind auch Kinder und Jugendliche in der Museumsnacht willkommen, denn viele Einrichtungen bieten Sonderveranstaltungen für die Jüngeren an. Das historische Museumsschiff „Stadt Kiel“, der Traditionssegler „Seestern“ und ein Fördedampfer der Kieler Schlepp- und Fährgesellschaft bringen die Besucherinnen und  Besucher über die Förde.
Eintritts-Armbändchen, mit denen man auch den Bus-Shuttle zwischen den Museen sowie den Schiff-Shuttle zwischen Ost- und Westufer nutzen darf, gibt es in den Museen, am Infotresen im CITTI-Markt, im Umsteiger am Hauptbahnhof und in der Tourist Information Kiel. Preise: Vorverkauf 10 € (ermäßigt 7 €), Abendkasse 12 € (ermäßigt 8 €), bis einschließlich des 16. Lebensjahres ist der Eintritt frei!

hier: Alles über die Museumsnacht 2018


Auf Spurensuche in Kiel: Der Kieler Stadtteil Wik ist ein ganz besonderer.

Denn nicht nur heutzutage, sondern auch schon vor über 100 Jahren spielte die Marine dort eine wichtige Rolle. Und sie prägt den Stadtteil bis heute. Doch auch Kunst und Kultur haben sich in dem Stadtteil angesiedelt.

Die Reporterin Ricarda Thurow-Hartmann von RTL-Nord hat sich auf Spurensuche begeben!


Vor 125 Jahren war die Wik ein bäuerliches Dorf inmitten der Fördelandschaft. Wie sie sich seit ihrer Eingemeindung am 1. April 1893 als Kieler Stadtteil bis heute entwickelt hat, damit beschäftigen sich zwei Festwochen, die mit einer Auftaktveranstaltung am Freitag in der Hebbelschule beginnen.

Die Veranstaltungen wurden alle ehrenamtlich mit viel Liebe und Herzblut organisiert“, beschreibt Ingrid Lietzow, Vorsitzende des Maritimen Vereins, der federführend für die zwei Festwochen ist. Auftakt ist am Freitag, 20. April, um 17 Uhr in der Aula der Hebbelschule. Der Vortrag „Wie veränderte die Eingemeindung das Leben der Menschen in der Wik?“ von Hannelore Pieper-Wöhlk und Dieter Wöhlk gewährt erste Einblicke.

Alle Veranstaltungen wurden von Ehrenamtlern mit viel Herzblut auf die Beine gestellt.

Grund des Wachstums war 1871 die Bestimmung Kiels zum Reichskriegshafen sowie das Flottenbauprogramm des Kaiserreichs. Der erste Teil der Ausstellung „125 Jahre Kiel-Wik – Vom Dorf zum Reichkriegshafen“ wird zudem eröffnet. Zu sehen sind historische Fotos sowie Karten, auf denen sich die bautechnische und demografische Entwicklung verfolgen lässt. Am 26. April und 2. Mai gibt es ab 16 Uhr öffentliche Führungen.

Am 21. und 28. April sowie am 5. Mai führt Rüdiger Bock jeweils ab 14 Uhr durch die Schleusenausstellung des Wasser- und Schifffahrtamtes in den Räumen der ehemaligen Technischen Marineschule (TMS) in der Maschinenhalle 1, Arkonastraße 1. Er möchte den Besuchern den Nord-Ostsee-Kanal als Hauptschlagader Schleswig-Holsteins nahebringen. Am Sonntag, 22. April, wird ab 11.30 Uhr der zweite Teil der Ausstellung mit dem Kurzvortrag zum Thema „Die Beziehungen der Wiker Bürger zum Militär in ihrem Stadtteil“ im Flandernbunker eröffnet. „Es ist eine kleine Ausstellung, aber mit recht viel Material“, erklärte Jens Rönnau, Vorsitzender des Vereins Mahnmal Kilian.

Am Dienstag, 24. April, führt Peter Mattsson vom Verein Maritimes Viertel von 18 bis 19 Uhr durch den Anscharpark, zu dem einst die Krankenhauspavillons, Verwaltungs- und Wirtschaftsgebäude, Kesselhaus, Kapelle und Gemüsegarten gehörten. Treffpunkt ist an der Ecke Kiellinie, Feldstraße, Richtung Eingang Anscharpark. Weiter geht es um 19 Uhr im Anscharpark (Haus 8) mit dem Vortrag „Marinekrankenhaus Wik“ von H. Maximilian Mehdorn, der von 1991 bis 2015 Direktor der Klinik für Neurochirurgie an der CAU war, die sich bis 2004 im Anscharpark befand.

Am Mittwoch, 25. April, dreht sich ab 19 Uhr in der Maschinenhalle der TMS alles um die „Geschichte der Marine in der Wik“. Referent ist Johannes Rosenplänter vom Stadtarchiv Kiel. Am Donnerstag, 26. April, präsentieren Friedrich-Junge-Gemeinschaftsschüler am Elendsredder von 14 bis 16 Uhr den Stadtteil aus der Perspektive einzelner Unterrichtsfächer. Und am Freitag, 27. April, geht es um 19 Uhr im Maschinenmuseum weiter mit der Ausstellungseröffnung und dem Vortrag „Das Gaswerk in der Wik“ von Museumsleiter Peter Horter.

Großes Bedürfnis nach kirchlichem Gemeindeleben

Wie groß das Bedürfnis der Wiker nach kirchlichem Gemeindeleben war, damit beschäftigt sich am Samstag, 28. April, von 10 bis 14 Uhr ein Thementag der drei Wiker Kirchengemeinden: „125 Jahre Eingemeindung Wik – die Geschichte der Wiker Kirchen“ mit Vorträgen von Rolf Fischer ab 10 Uhr, der sich mit der Zeit von 1945 bis heute beschäftigt, und ab 11.45 Uhr mit einem Vortrag von Merten Worm, der über die Zeit bis 1945 referiert. Ebenso gibt es Gottesdienste, einen Spaziergang zur Petruskirche und gemeinsames Essen.

Abschluss ist am Freitag, 4. Mai, um 19 Uhr in der St. Lukas-Kirche: Die Emmaus-Kirchengemeinde lädt zu einem Abend mit Wiker Geschichten aus 125 Jahren mit Bärbel Schlenz und Walter Tischendorf ein. Dazu singt die Wiker Chorvereinigung von 1876.

Von Karina Dreyer, KIeler Nachrichten vom 18. April 2108

hier: Programm 125 Eingemeindung Wik in die Stadt Kiel (pdf)

hier: Veranstaltungen und Fotos


hier: Flyer 125 Eingemeindung Wik in die Stadt Kiel (pdf)

Verantwortlich für die Gestaltung der Festwochen: Peter Mattsson, Maritimes Viertel – Kultur am Kanal e. V., phone 0151 21247791

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Torbogen, Eingang TMS, Maschinenhalle I, Heimat des Maritimen Viertel – Kultur am Kanal e.V., © Jan Bommes 2014

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wenn wir im Süden Urlaub machen und anderen Menschen erklären, dass wir aus Kiel kommen, dann heißt es oft: „ … ach aus Dänemark kommen Sie!“  Oder noch besser (oder schlechter): „Ach ja, Kiel, kleines verträumtes Städtchen irgendwo am Rande Deutschlands  in der Nähe von Skandinavien!“. Das Maritime Viertel befindet sich in der Verlängerung der beliebten Kiellinie an der Wiker Bucht. Das Viertel liegt zu beiden Seiten des Nord-Ostsee Kanals (international Kiel-Canal genannt) und der Schleusen in Kiel-Wik und Kiel-Holtenau. In Kiel-Wik ist der Bereich der kaiserlichen Marinekaserne, in Holtenau vor allem der Tiesssenkai und das ehemalige Gelände der Seeflieger der Kern des Maritimen Viertel. Der Kanal mit seinen Schleusen bildet den Mittelpunkt des Maritimen Viertel. Die Verbindung zwischen beiden Ufern wird durch eine in der Nähe der Schleusen verkehrende Personenfähre sichergestellt.

kulturspuren1_1Durch das Maritime Viertel führt eine Kulturmeile, die drei Dutzend an Sehenswürdigkeiten auf beiden Seiten des Kiel-Canals miteinander verbindet.

Interaktiv die Kieler Stadtgeschichte erkunden – die KulturSpuren-App ist da! Wo in Kiel residierten die dänischen Könige? Wie waren Theodor Storm und Selma Lagerlöf mit der Fördestadt verbunden? Und an welchen Orten spielte sich der Matrosenaufstand ab? Bereits seit dem Jahr 2013 kann die Kieler Stadtgeschichte auf virtuellen Spaziergängen unter www.kiel.de/kulturspuren im Internet erkundet werden. Künftig können Interessierte den Kieler KulturSpuren auch mobil nachspüren – mit einer kostenfreien App, die zu allen Stationen der Rundgänge führt. So können Kunst, Kultur und Geschichte der Landeshauptstadt virtuell entdeckt und Kiel aus einer ganz neuen Perspektive erlebt werden.

Das Maritime Viertel lädt dazu ein, es zu Fuß oder auf einer Radtour zu entdecken und zu erleben. Selbst in Kiel ist es noch ein besonderer Tipp. Aber es hat das Potenzial, sich zu einem touristischen Schwerpunkt in der Region der Kieler Förde mit einem unverwechselbaren Profil zu entwickeln. Kultur, Geschichte, maritime Wissenschaft und Technologie verbinden sich entlang der maritimen Kulturmeile in einem Erlebnisraum.

Schau auf diese Stadt!

Aber glauben Sie uns, wir schwärmen, wir werben für unsere Heimatstadt, für unser  geliebtes Kiel!  Allerdings müssen wir dann aber auch kleinlaut zugeben, dass keine deutsche Landeshauptstadt so unbekannt wie unsere hier im hohen Norden ist.  Aber gerade das macht Kiel so interessant, gerade dadurch wird der Besuch in Kiel zur Entdeckungsreise. Wer diese Reise antritt, der erkennt: Kiel ist Luft und Wasser, viel Strand und frischer Wind,  nette Leute und vor allen Dingen Segeln. Die Welthauptstadt der Seglergemeinde, eine Anhäufung von Masten. Aber auch „Nicht-Matrosen (sprich: Landratten!)“ kommen auf ihre Kosten. Wer einmal aus einem der vielen öffentlichen Grünanlagen oder zum Beispiel vom  Wiker Balkon aus auf die mit Booten und Schiffen übersäte Förde, dem regen Treiben am Kiel-Kanal geschaut hat, der wird diesen herrlichen Ausblick sein Leben lang nicht vergessen, das versprechen wir Ihnen!

peter 22 08 2014 030 netz